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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

Mavrik Vita

BVL Zul.-Nr. 024218-00

Mavrik Vita von ADAMA ist ein bewährtes, breit wirksames Insektizid zur Bekämpfung einer Vielzahl von saugenden und beißenden Schaderregern in zahlreichen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Als Emulsion, Öl in Wasser (EW) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit und eine schnelle Kontakt- und Fraßwirkung aus. Es hat sich im Markt als verlässlicher Baustein im integrierten Pflanzenschutz etabliert.

Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger wie Rapsglanzkäfer, Getreidehähnchen, Weizengallmücken, Thripse sowie verschiedene Blattlaus-Arten, einschließlich ihrer Funktion als Virusvektoren. Durch die Zulassung in einer Vielzahl von Kulturen – von Getreide und Raps über Rüben bis hin zu Gemüse- und Obstkulturen – bietet Mavrik Vita eine enorme Flexibilität in der betrieblichen Anwendungsplanung.

Wirkstoffe

tau-Fluvalinat
240 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff tau-Fluvalinat gehört zur chemischen Klasse der Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A). Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern dieser Gruppe weist tau-Fluvalinat jedoch eine spezifische chemische Struktur auf, die eine hohe Selektivität ermöglicht. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Interaktion mit den spannungsabhängigen Natriumkanälen in den Nervenmembranen der Schaderreger. Tau-Fluvalinat verzögert das Schließen dieser Natriumkanäle, was zu einem anhaltenden Einstrom von Natriumionen und einer verlängerten Depolarisation der Nervenzelle führt. Dies löst bei den betroffenen Insekten unkontrollierte Nervenimpulse, Übererregung, Lähmungen und schließlich den Tod aus. Die Wirkung tritt rasch als sogenannter Knock-down-Effekt ein, sobald die Schaderreger mit dem Spritzbelag in Kontakt kommen oder diesen fressen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei intensiv bekämpften Schaderregern wie dem Rapsglanzkäfer oder Blattläusen, wirksam vorzubeugen, solltest du Mavrik Vita strikt im Wechsel mit Insektiziden aus anderen IRAC-Wirkstoffklassen einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen der Gruppe 3A (Pyrethroide) innerhalb einer Saison. Integriere stattdessen Wirkstoffe mit alternativen Mechanismen in deine Spritzfolge und nutze Schadschwellenentscheidungen, um unnötige Anwendungen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Mavrik Vita zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kulturen zu gewährleisten. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, da extreme Hitze und intensive Sonneneinstrahlung die Wirkstoffstabilität und die Pflanzenverträglichkeit beeinträchtigen können.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Gewässerorganismen und Bodenlebewesen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer strikt zu vermeiden. Obwohl für dieses Produkt spezifische Einstufungen zu beachten sind, empfiehlt sich aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes, Behandlungen nicht in blühenden Beständen oder zu Zeiten des aktiven Bienenflugs durchzuführen. Verlege die Anwendung idealerweise in die späten Abendstunden, wenn Bienen und andere Bestäuber nicht mehr fliegen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MeloneBlattläuse, Beißende Insekten69–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
StangenbohneBlattläuse, Beißende Insekten59–99100 MILLILITER_PER_HECTARE7T
HülsengemüseBlattläuse, Beißende Insekten200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
ZuckererbseBlattläuse, Beißende Insekten59–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
BuschbohneBlattläuse, Beißende Insekten59–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
ErbseBlattläuse, Beißende Insekten59–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
KnollensellerieBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
RadieschenBlattläuse, Beißende Insekten200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
ChicoreeBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
FuttererbseBlattläuse10–790.2 LITER_PER_HECTARE7T
SüßkartoffelBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohlRapsglanzkäfer19–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
WeizenBlattläuse200 MILLILITER_PER_HECTARE
PastinakBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
KohlrübeBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Getreidehähnchen (Lema sp.)37–750.2 LITER_PER_HECTARE30T
GersteBlattläuse200 MILLILITER_PER_HECTARE
Wurzel- und KnollengemüseBlattläuse, Beißende Insekten10–180.2 LITER_PER_HECTARE14T
HaferBlattläuse200 MILLILITER_PER_HECTARE
WeizenWeizengallmücken51–650.2 LITER_PER_HECTARE30T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Blattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
RettichBlattläuse, Beißende Insekten200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
MöhreBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
FutterrübeBlattläuse11–390.2 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenBlattläuse200 MILLILITER_PER_HECTARE
WurzelpetersilieBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
RosenkohlBlattläuse, Beißende Insekten, Rapsglanzkäfer19–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
Blatt- und StielgemüseBlattläuse, Beißende Insekten10–180.2 LITER_PER_HECTARE14T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Blattläuse als Virusvektoren200 MILLILITER_PER_HECTARE
ErdbeereThripse0–850.2 LITER_PER_HECTARE7T
HülsengemüseBlattläuse, Beißende Insekten10–180.2 LITER_PER_HECTARE14T
RapsBeißende Insekten200 MILLILITER_PER_HECTARE56T
TopinamburBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Rapsglanzkäfer41–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
Salat-ArtenBlattläuse, Beißende Insekten12–490.2 LITER_PER_HECTARE14T
ZuckerrübeBlattläuse11–390.2 LITER_PER_HECTARE14T
MeerrettichBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
TriticaleBlattläuse200 MILLILITER_PER_HECTARE
AckerbohneBlattläuse20–790.2 LITER_PER_HECTARE14T
SchwarzwurzelBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Blattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
ErbseBlattläuse10–790.2 LITER_PER_HECTARE7T
RapsKohlschotenmücke200 MILLILITER_PER_HECTARE56T
BrokkoliBlattläuse, Beißende Insekten, Rapsglanzkäfer19–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wie verhält sich Mavrik Vita bei hohen Temperaturen während der Anwendung?

Im Gegensatz zu vielen klassischen Pyrethroiden zeigt tau-Fluvalinat auch bei sommerlichen Temperaturen eine gute Stabilität und Wirkung. Dennoch solltest du extreme Hitzeperioden über Mittag meiden und die Behandlung in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen, um die Verdunstung des Spritznebels zu minimieren und die Kultur zu schonen.

Warum ist die Bekämpfung von Blattläusen als Virusvektoren mit Mavrik Vita so wichtig?

Blattläuse können pflanzenpathogene Viren bereits bei kurzen Probeanstichen übertragen. Durch den schnellen Knock-down-Effekt von Mavrik Vita werden die Schaderreger rasch immobilisiert, was die Saugtätigkeit stoppt und somit die Ausbreitung von folgenschweren Viruserkrankungen in Kulturen wie Getreide oder Rüben effektiv eindämmt.

Worauf musst du achten, wenn du Mavrik Vita gegen Rapsglanzkäfer einsetzt?

Kontrolliere deine Bestände ab dem Knospenstadium (BBCH 51) regelmäßig auf Zuflug. Eine Behandlung ist erst beim Überschreiten der regionalen Schadschwellen wirtschaftlich sinnvoll. Da der Rapsglanzkäfer in vielen Regionen Resistenzen gegen klassische Pyrethroide entwickelt hat, hilft der gezielte Wirkstoffwechsel, die Wirksamkeit von tau-Fluvalinat langfristig zu sichern.

Kann ich Mavrik Vita mit flüssigen Blattdüngern mischen?

Ja, eine Mischung mit üblichen Mikronährstoff- und Blattdüngern ist in der Regel gut möglich. Du solltest jedoch darauf achten, den Tank zunächst mit Wasser zu befüllen, Mavrik Vita vollständig einzumischen und den Dünger erst als letzte Komponente hinzuzugeben. Führe im Zweifel immer einen kleinen Becherversuch durch.

Wie optimierst du die Benetzung bei Kulturen mit dichten Laubwänden oder ausgeprägten Wachsschichten?

Bei Kulturen wie Kohl oder Zwiebeln sorgt die natürliche Wachsschicht für ein Abperlen der Spritzbrühe. Um die Anlagerung und Verteilung des Wirkstoffs zu verbessern, kannst du ein zugelassenes Netzmittel (Adjuvans) hinzufügen. Achte zudem auf eine angepasste Düsentechnik und ausreichend Wasserdruck, um auch tiefere Blattschichten zu erreichen.

Wie finde ich heraus, ob Mavrik Vita für meine spezielle Kultur und den aktuellen Schaderreger zugelassen ist?

Nutze hierfür einfach die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Du kannst gezielt nach deiner Kultur und dem Schaderreger filtern, um die exakten, aktuell in Deutschland zugelassenen Aufwandmengen, maximalen Anwendungen und spezifischen Wartezeiten für dein Vorhaben einzusehen.