Eradicoat Max
Eradicoat Max ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel von Certis Belchim B.V., das auf dem natürlichen Wirkstoff Maltodextrin basiert. Als flüssiges Konzentrat formuliert, bietet es eine umweltfreundliche und rückstandsfreie Lösung zur Regulierung von saugenden Schädlingen und Milben in einer Vielzahl von Kulturen. Durch seine rein physikalische Wirkungsweise eignet es sich hervorragend für den Einsatz im integrierten Anbau sowie im biologischen Landbau.
Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger wie Spinnmilben, Weiße Fliegen, Blattläuse sowie spezifische Rostmilben (z. B. die Apfelrostmilbe). Da das Mittel keine chemisch-synthetischen Wirkstoffe enthält, ist es ein wertvoller Baustein für moderne Pflanzenschutzstrategien, bei denen Rückstandsfreiheit und Anwenderschutz im Vordergrund stehen. Dank der kurzen Wartezeit von nur einem Tag lässt sich die Anwendung hochflexibel bis kurz vor der Ernte einplanen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Maltodextrin (433,2 g/l) besitzt einen rein physikalischen Wirkungsmechanismus und wird daher keiner klassischen IRAC-Gruppe zugeordnet. Nach der Ausbringung bildet der Spritzbelag beim Antrocknen auf den Schaderregern einen dünnen, klebrigen Film. Dieser blockiert die Atmungsorgane (Tracheen) der Insekten und Milben, was rasch zum Erstickungstod der Zielorganismen führt. Zudem schränkt die klebrige Schicht die Mobilität der Schädlinge massiv ein. Da es sich um eine rein mechanische Barriere handelt, müssen die Schaderreger bei der Applikation direkt von der Spritzbrühe getroffen werden. Eine systemische Wirkung in der Kultur findet nicht statt. Dieser physikalische Modus stellt sicher, dass auch Populationen, die bereits Resistenzen gegen konventionelle chemische Insektizide oder Akarizide entwickelt haben, zuverlässig erfasst werden.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsmechanismus von Maltodextrin ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielschädlingen als extrem gering einzustufen. Es gibt keine bekannten Kreuzresistenzen zu chemischen Wirkstoffklassen. Eradicoat Max eignet sich daher ideal als Rotationspartner in deinem integrierten Pflanzenschutzprogramm, um den Selektionsdruck auf konventionelle Insektizide und Akarizide zu senken und deren Wirksamkeit langfristig zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Planung von Tankmischungen solltest du beachten, dass Eradicoat Max eine gründliche Benetzung der Kulturen erfordert, weshalb ausreichende Wassermengen essenziell sind. Die physikalische Wirkung beruht auf dem schnellen Antrocknen des Spritzfilms; vermeide daher Anwendungen bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit oder unmittelbar vor Regenereignissen. Vor dem Mischen mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern wird dringend empfohlen, eine Verträglichkeitsprobe (Mischbarkeitstest) in einem kleinen Gefäß durchzuführen, um physikalische Ausfällungen oder unerwünschte phytotoxische Reaktionen auf den Blättern zu verhindern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Eradicoat Max solltest du die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen, um Haut- und Augenkontakt während des Anmischens und der Applikation zu vermeiden. Da keine spezifische B-Klassifizierung zur Bienengefährlichkeit im Datensatz vorliegt, solltest du dennoch aus Vorsorgegründen und zum Schutz von Bestäubern direkte Behandlungen während des aktiven Bienenflugs oder auf blühenden Kulturen vermeiden; verlege die Anwendung vorzugsweise in die Abendstunden. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer oder Nichtzielflächen zu minimieren, um die lokale aquatische Fauna und Nützlinge in den Randstrukturen zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Lupine-Arten | Saugende Insekten | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gemüsekulturen | Spinnmilben, Weiße Fliegen | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gewürzkräuter | Saugende Insekten | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Senf-Arten | Saugende Insekten | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Arzneipflanzen | Saugende Insekten | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Aprikose | Spinnmilben | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Winterhafer | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Weiße Fliegen | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Futterrübe | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Hopfen | Blattläuse | 32–89 | 30 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| frische Kräuter | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Wurzelzichorie | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Spinnmilben, Weiße Fliegen | — | 60 LITER_PER_HECTARE | — |
| Fruchtgemüse | Spinnmilben | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Teekräuter | Saugende Insekten | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Spinnmilben | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Laubholz | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckermais | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blumenkohle | Weiße Fliegen | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Lein | Saugende Insekten | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Nadelholz | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | — |
| Salat-Arten | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Himbeerartiges Beerenobst | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Schlehe | Spinnmilben | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Apfel | Apfelrostmilbe (Aculus schlechtendali) | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Sauerkirsche | Spinnmilben | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Spinat und verwandte Arten | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Himbeerartiges Beerenobst | Spinnmilben | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Pflaume | Rostmilbe (Aculus-Arten) | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Rettich | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Luzerne-Arten | Saugende Insekten | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Weinrebe | Rebenpockenmilbe (Eriophyes vitis), Rebstock-Kräuselmilbe (Calepitrimerus vitis) | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blattkohle | Weiße Fliegen | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl) | Weiße Fliegen | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Obstkulturen | Spinnmilben, Weiße Fliegen | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zwiebelgemüse | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Spinnmilben | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Kohlrabi | Weiße Fliegen | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Steinobst | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Schalenobst | Saugende Insekten | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Sprossgemüse | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Süßkirsche | Spinnmilben | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Fruchtgemüse | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Pfirsich | Spinnmilben | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Chicoree | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Apfelbeere | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Aprikose | Rostmilbe (Aculus-Arten) | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tabak | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Birne | Spinnmilben | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Mohn | Saugende Insekten | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Wurzel- und Knollengemüse | Blattläuse | — | 60 LITER_PER_HECTARE | 1T |
Häufige Fragen
Wie stellst du sicher, dass Eradicoat Max seine maximale Wirkung entfaltet?
Da das Mittel rein physikalisch wirkt, ist eine direkte und vollständige Benetzung der Schaderreger entscheidend. Du solltest die Düsenkonfiguration und Wassermenge deiner Spritze so einstellen, dass auch die Blattunterseiten, auf denen sich Spinnmilben und Weiße Fliegen bevorzugt aufhalten, komplett tropfnass getroffen werden.
Welchen Einfluss hat das Wetter auf deinen Behandlungserfolg?
Das Wetter spielt eine Schlüsselrolle: Der klebrige Maltodextrin-Film muss zügig auf den Schädlingen antrocknen, um deren Atmungsorgane effektiv zu verstopfen. Behandle daher am besten an warmen, trockenen Tagen. Vermeide Spritzungen bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit, drohendem Regen oder starker Taubildung, da der Wirkstoff sonst abgewaschen wird, bevor er wirken kann.
Kannst du Eradicoat Max auch in späten BBCH-Stadien anwenden?
Ja, das ist einer der Hauptvorteile dieses Produkts. Mit einer Zulassung bis zum BBCH-Stadium 89 (Vollreife) und einer extrem kurzen Wartezeit von nur einem Tag kannst du deine Kulturen auch unmittelbar vor der Ernte flexibel vor spätem Schädlingsbefall schützen, ohne Rückstandsprobleme befürchten zu müssen.
Warum ist dieses Produkt besonders wertvoll für dein Resistenzmanagement?
Gegen einen rein physikalischen Erstickungs- und Blockademechanismus können Schaderreger keine physiologischen Resistenzen entwickeln. Wenn du in deiner Kultur bereits mit resistenten Blattlaus- oder Spinnmilbenpopulationen zu kämpfen hast, bricht Eradicoat Max diesen Kreislauf zuverlässig auf und schont gleichzeitig die Wirksamkeit deiner klassischen Insektizide.
Worauf musst du beim Einsatz von Nützlingen im Gewächshaus achten?
Da das Mittel unspezifisch physikalisch wirkt, kann der feuchte Spritzfilm auch nützliche Insekten wie Raubmilben oder Schlupfwespen schädigen, wenn sie direkt getroffen werden. Sobald der Belag jedoch vollständig getrocknet ist, besteht keine Gefahr mehr für nachfolgend freigelassene Nützlinge. Stimme den Ausbringungszeitpunkt daher eng mit deiner Nützlingsstrategie ab.