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Sonstige · ISK Biosciences Europe N.V.

AFINTO

BVL Zul.-Nr. 025691-61

AFINTO ist ein hochmodernes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von saugenden Schaderregern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Flonicamid (500 g/kg), formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), bietet das Produkt eine hervorragende und langanhaltende Wirkung gegen Blattläuse und Weiße Fliegen. Dank seiner systemischen und translaminaren Eigenschaften erfasst AFINTO auch versteckt sitzende Schaderreger auf den Blattunterseiten sowie im Neuzuwachs der Kulturen.

Das Mittel zeichnet sich durch eine schnelle Unterbindung der Saugtätigkeit aus, was besonders bei der Übertragung von Pflanzenviren durch Vektoren wie die Grüne Pfirsichblattlaus von entscheidender Bedeutung ist. AFINTO ist ein unverzichtbarer Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz, da es eine hohe Selektivität aufweist und wichtige Nützlinge schont.

Wirkstoffe

Flonicamid
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in AFINTO enthaltene Wirkstoff Flonicamid gehört zur chemischen Gruppe der Pyridincarboxamide und ist im IRAC-Code unter der Gruppe 29 als Modulator der chordotonalen Organe klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Störung der Dehnungsrezeptoren (Chordotonalorgane) der Insekten, die für das Gehör, den Gleichgewichtssinn und die Bewegungskoordination verantwortlich sind. Dies führt bei den betroffenen Schaderregern zu einem sofortigen Stopp der Nahrungsaufnahme (Saugstopp) innerhalb weniger Stunden nach dem Kontakt oder der Aufnahme des Wirkstoffs. Obwohl die Schaderreger noch einige Tage auf der Kultur verbleiben können, sind sie völlig inaktiv, nehmen keine Nahrung mehr auf und sterben schließlich an Dehydration und Hunger. Dieser einzigartige Mechanismus verhindert effektiv die Weiterverbreitung von Viren und minimiert Saugschäden an den Kulturen unmittelbar nach der Anwendung.

Resistenzmanagement

Da Flonicamid (IRAC-Gruppe 29) einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, eignet sich AFINTO hervorragend für das Resistenzmanagement. Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du das Produkt stets im Wechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen (mit unterschiedlichen IRAC-Nummern) einsetzen. Begrenze die Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den Zulassungsbestimmungen und nutze AFINTO bevorzugt in kritischen Phasen des Befallsaufbaus, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

AFINTO zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem saures oder stark alkalisches Spritzwasser, um die Stabilität des Wirkstoffs nicht zu gefährden. Die Zugabe von zugelassenen Netzmitteln kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme auf schwer benetzbaren Blattoberflächen optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AFINTO ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienen-Gefahrenklasse im Datensatz hinterlegt ist, solltest du aus Gründen des vorsorglichen Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Führe Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durch, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu minimieren, um aquatische Organismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GurkeBlattläuse15–990.08 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
AckerbohneBlattläuse11–710.14 KILOGRAM_PER_HECTARE
AubergineBlattläuse12–990.08 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
StangenbohneBlattläuse12–710.07 KILOGRAM_PER_HECTARE
frische KräuterBlattläuse0.16 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
TomateBlattläuse12–990.08 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErbseBlattläuse11–710.14 KILOGRAM_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Blattläuse, Weiße Fliegen12–45140 GRAM_PER_HECTARE14T
KartoffelBlattläuse als Virusvektoren10–51160 GRAM_PER_HECTARE
SpeiselinseBlattläuse11–710.14 KILOGRAM_PER_HECTARE
GurkeBlattläuse15–990.16 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
PastinakBlattläuse12–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
Dicke BohneBlattläuse12–710.14 KILOGRAM_PER_HECTARE
MöhreBlattläuse12–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
ZuckererbseBlattläuse16–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
Lupine-ArtenBlattläuse11–710.14 KILOGRAM_PER_HECTARE
Schwarze JohannisbeereBlattläuse10–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
ZucchiniBlattläuse15–990.16 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
RhabarberBlattläuse14–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
ErbseBlattläuse16–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
GemüsefenchelBlattläuse14–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
HimbeereBlattläuse10–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
MeloneBlattläuse12–990.1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WinterrapsGrüne Pfirsichblattlaus12–18100 GRAM_PER_HECTARE
Rote JohannisbeereBlattläuse10–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
ZuckerrübeBlattläuse16–49140 GRAM_PER_HECTARE60T
ZierpflanzenBlattläuse10–990.16 KILOGRAM_PER_HECTARE
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Grüne Pfirsichblattlaus11–890.12 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RettichBlattläuse12–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
RiesenkürbisBlattläuse12–990.1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FlaschenkürbisBlattläuse12–990.1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Feuer- bzw. KäferbohneBlattläuse12–710.07 KILOGRAM_PER_HECTARE
FlaschenkürbisBlattläuse15–990.16 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
StachelbeereBlattläuse10–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
WurzelpetersilieBlattläuse12–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
Weiße JohannisbeereBlattläuse10–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
Dicke BohneBlattläuse16–99140 GRAM_PER_HECTARE14T
KernobstBlattläuse0.07 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT21T
GrünkohlBlattläuse16–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
Garten-KürbisBlattläuse12–990.1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PflaumeBlattläuse0–850.07 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
Moschus-KürbisBlattläuse12–990.1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RettichBlattläuse12–99160 GRAM_PER_HECTARE7T
BuschbohneBlattläuse16–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
Garten-KürbisBlattläuse15–990.16 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
KartoffelBlattläuse10–51160 GRAM_PER_HECTARE
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Blattläuse39–77140 GRAM_PER_HECTARE
MeloneBlattläuse12–990.08 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HeidelbeereBlattläuse10–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
RiesenkürbisBlattläuse12–990.1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenBlattläuse15–990.16 KILOGRAM_PER_HECTARE
HopfenBlattläuse180 GRAM_PER_HECTARE21T
ChinakohlBlattläuse16–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
KohlrabiBlattläuse12–990.14 LITER_PER_HECTARE21T
KnollensellerieBlattläuse12–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
BrombeereBlattläuse10–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
WintergersteBlattläuse als Virusvektoren11–25140 GRAM_PER_HECTARE
SauerkirscheBlattläuse11–990.07 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
PatissonBlattläuse15–990.16 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
BleichsellerieBlattläuse14–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
frische KräuterBlattläuse0.16 KILOGRAM_PER_HECTARE14T
BrombeereBlattläuse10–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
Johannisbeerartiges BeerenobstBlattläuse10–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE10T
HimbeereBlattläuse10–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Blattläuse12–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
SüßkirscheBlattläuse11–990.07 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT14T
MeerrettichBlattläuse12–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
SchwarzwurzelBlattläuse12–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Blattläuse12–49140 GRAM_PER_HECTARE60T
Moschus-KürbisBlattläuse12–990.1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WinterweichweizenBlattläuse140 GRAM_PER_HECTARE28T
KohlrübeBlattläuse12–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
RadieschenBlattläuse12–99160 GRAM_PER_HECTARE7T
ErdbeereBlattläuse55–870.14 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
ErdbeereBlattläuse55–870.14 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
BaumschulgehölzpflanzenBlattläuse10–990.16 KILOGRAM_PER_HECTARE
BuschbohneBlattläuse12–710.14 KILOGRAM_PER_HECTARE
TopinamburBlattläuse12–990.14 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
RosenkohlBlattläuse, Weiße Fliegen12–45140 GRAM_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wie schnell stoppt AFINTO den Saugschaden an meinen Kulturen?

Nach der Aufnahme von AFINTO stellen Blattläuse und Weiße Fliegen bereits innerhalb weniger Stunden (oft schon nach 1 bis 2 Stunden) ihre Saugtätigkeit komplett ein. Auch wenn die Schaderreger noch einige Tage auf den Blättern sichtbar bleiben, richten sie keinen Schaden mehr an und können keine Viren mehr übertragen.

Warum ist AFINTO besonders wertvoll für den Schutz vor Pflanzenviren?

Da viele Pflanzenviren innerhalb kürzester Zeit durch Blattläuse übertragen werden, ist ein schneller Saugstopp entscheidend. AFINTO blockiert die Nahrungsaufnahme der Vektoren fast augenblicklich nach dem Kontakt, wodurch die mechanische Übertragung von Viren in empfindlichen Kulturen wie Kartoffeln oder Gemüse effektiv unterbunden wird.

Kann ich AFINTO auch bei hohen Temperaturen im Sommer anwenden?

Ja, die Wirkung von Flonicamid ist weitgehend temperaturunabhängig. Du kannst AFINTO auch an warmen Sommertagen einsetzen. Dennoch empfiehlt es sich, die Behandlung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen, um eine optimale Benetzung der Blätter zu gewährleisten und Verdunstungsverluste zu minimieren.

Wie verhält sich AFINTO gegenüber nützlichen Insekten in meiner Kultur?

AFINTO zeichnet sich durch eine hervorragende Selektivität aus. Wichtige Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegenlarven, Florfliegen und Schlupfwespen werden bei sachgerechter Anwendung geschont. Dies unterstützt die natürliche Regulationsleistung im Feld und passt perfekt in integrierte Pflanzenschutzkonzepte.

Was muss ich bei der Wasseraufwandmenge für eine optimale Wirkung beachten?

Da AFINTO translaminar und systemisch wirkt, ist eine gründliche Benetzung der gesamten Kultur entscheidend, besonders wenn sich die Schaderreger auf den Blattunterseiten aufhalten. Verwende eine an den Entwicklungszustand der Kultur angepasste Wassermenge, um auch dichte Pflanzenbestände vollständig zu durchdringen.

Wie integriere ich AFINTO am besten in mein Antiresistenzmanagement?

Du solltest AFINTO maximal so oft pro Saison einsetzen, wie es die Zulassung für deine spezifische Kultur erlaubt. Wechsle den Wirkstoff bei nachfolgenden Behandlungen unbedingt gegen ein Insektizid mit einem anderen Wirkungsmechanismus (z. B. aus einer anderen IRAC-Gruppe) aus, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen gering zu halten.