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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Fungisan Gemüse-Pilzfrei

BVL Zul.-Nr. 034560-63

Fungisan Gemüse-Pilzfrei ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl von pilzlichen Krankheiten im professionellen Gemüse- und Kartoffelbau. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) mit dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin, bietet dieses Fungizid einen hervorragenden Schutz für zahlreiche Kulturen. Es zeichnet sich durch seine ausgeprägte vorbeugende Wirkung aus und sichert somit die Ertragsleistung und die optische Qualität der Ernteprodukte.

Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige Schaderreger wie Echte und Falsche Mehltaupilze, Rostpilze, Blattfleckenkrankheiten (z. B. Alternaria und Septoria) sowie bodenbürtige Pilze wie Rhizoctonia solani. Durch die schnelle Aufnahme in das Pflanzengewebe ist das Mittel bereits kurz nach der Applikation regenfest und bietet einen langanhaltenden Schutz vor Neuinfektionen.

Dank seiner vielseitigen Zulassung in verschiedenen Kulturen ist Fungisan Gemüse-Pilzfrei ein unverzichtbarer Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien. Es unterstützt Anbauer dabei, flexibel auf Infektionsereignisse zu reagieren und gesunde, marktfähige Bestände heranzuziehen.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Fungisan Gemüse-Pilzfrei enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockade des Elektronentransports in den Mitochondrien der Pilzzellen am Cytochrom-b-Komplex. Dadurch wird die ATP-Synthese unterbunden, was zu einem raschen Energiemangel und dem Absterben des Schaderregers führt. Azoxystrobin wirkt primär protektiv (vorbeugend) und verhindert die Sporenkeimung sowie das Wachstum des Keimschlauchs und die frühe Myzelentwicklung. Durch seine translaminaren und akropetal systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff nach der Behandlung gleichmäßig im Blattgewebe und wird mit dem Saftstrom zu den Blattspitzen transportiert, wodurch auch Neuzuwachs geschützt wird.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Pilzstämme entgegenzuwirken, muss Fungisan Gemüse-Pilzfrei im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Da Wirkstoffe der FRAC-Gruppe 11 ein hohes inhärentes Resistenzrisiko aufweisen, sollte die Anzahl der Behandlungen pro Saison streng limitiert werden. Es wird dringend empfohlen, Blockbehandlungen zu vermeiden und stattdessen regelmäßige Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. SDHIs oder Triazolen) mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen durchzuführen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Fungisan Gemüse-Pilzfrei ist im Allgemeinen gut mit gängigen Insektiziden, Fungiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist jedoch stets die Gebrauchsanleitung der Mischpartner zu beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Um phytotoxische Reaktionen zu vermeiden, sollte auf Mischungen mit stark ölhaltigen Zusatzstoffen oder unter extremen Bedingungen wie starker Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 25 °C verzichtet werden. Eine ausreichende Wassermenge sichert zudem eine homogene Verteilung auf der Kultur.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung dieses Pflanzenschutzmittels ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) für den Anwender obligatorisch. Da der Wirkstoff Azoxystrobin als giftig für aquatische Organismen mit langfristiger Wirkung eingestuft ist, müssen Abdrift- und Abschwemmungsminderungsauflagen sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände zu Oberflächengewässern strikt eingehalten werden. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Kulturen und Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–891 LITER_PER_HECTARE3T
KartoffelRhizoctonia solani, Colletotrichum coccodes2 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiFalscher Mehltau (Peronospora parasitica), Pilzliche Blattfleckenerreger, Weißer Rost (Albugo candida)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
Rucola-ArtenPilzliche Blattfleckenerreger, Rostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)13–391 LITER_PER_HECTARE14T
WassermeloneEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–990.5 LITER_PER_HECTARE3T
MeloneEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–990.5 LITER_PER_HECTARE3T
Dicke BohneBrennfleckenkrankheit (Ascochyta fabae), Sclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE14T
ZucchiniEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–891 LITER_PER_HECTARE3T
Gemeine RingelblumeEchte Mehltaupilze51–551 LITER_PER_HECTARE7T
BleichsellerieSellerierost (Puccinia apii)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
BlattkohleAlternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE14T
WurzelzichorieRost (Puccinia cichorii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
KnollensellerieSellerierost (Puccinia apii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohleAlternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE10T
RettichPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
ArtischockePilzliche Blattfleckenerreger0.75 LITER_PER_HECTARE7T
EndivienRhizoctonia solani41–491 LITER_PER_HECTARE14T
KnollensellerieSellerierost (Puccinia apii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
SchalotteMehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
KohlrabiFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
RadieschenFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE14T
BleichsellerieBlattfleckenkrankheit (Septoria apiicola), Sellerierost (Puccinia apii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
RadieschenPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
SpargelSpargelrost (Puccinia asparagi)55–891 LITER_PER_HECTARE
KohlrübePilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Samtfleckenkrankheit (Cladosporium capsici), Phytophthora capsici21–990.5 LITER_PER_HECTARE3T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseBrennfleckenkrankheit (Phoma medicaginis var. pinodella), Sclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneFalscher Mehltau (Peronospora viciae)1 LITER_PER_HECTARE35T
TabakBlauschimmel (Peronospora tabacina)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
TabakEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)64–991 LITER_PER_HECTARE14T
RapsRapsschwärze (Alternaria brassicae)51–691 LITER_PER_HECTARE
Salat-ArtenPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
RosenkohlAlternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Weißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)31–890.5 LITER_PER_HECTARE7T
BlumenkohleWeißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE10T
ChicoreeEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)13–391 LITER_PER_HECTARE
KohlgemüsePilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
BlumenkohleMycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE10T
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
RosenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreBlattfleckenkrankheit (Cercospora carotae)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
Minze-ArtenPfefferminzen-Rost (Puccinia menthae)1 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenRostpilze13–970.96 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelMehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
BuschbohneRostpilze1 LITER_PER_HECTARE7T
StielmangoldPilzliche Blattfleckenerreger14–391 LITER_PER_HECTARE21T
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
Echte KamilleEchte Mehltaupilze51–551 LITER_PER_HECTARE7T
FeldsalatFalscher Mehltau (Peronospora valerianellae)13–391 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
BlattkohleMycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE14T
HopfenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli)31–890.75 LITER_PER_HECTARE28T
TopinamburRost (Puccinia helianthi)13–991 LITER_PER_HECTARE42T
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen51–591 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
frische KräuterRostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
frische KräuterRostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)13–391 LITER_PER_HECTARE14T
SalateRhizoctonia solani41–491 LITER_PER_HECTARE14T
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–191 LITER_PER_HECTARE
StielmusPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
FuttererbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)51–751 LITER_PER_HECTARE35T
KümmelEchte Mehltaupilze, pilzliche Doldenerkrankungen51–591 LITER_PER_HECTARE
JohanniskrautJohanniskrautwelke (Colletotrichum gloeosporioides)12–391 LITER_PER_HECTARE35T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Mycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE14T
RettichFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE21T
ErbsePilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)55–891 LITER_PER_HECTARE
RosenkohlWeißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
KnoblauchBlattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
MeerrettichFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)13–991 LITER_PER_HECTARE10T
BlattkohleWeißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
RosenkohlMycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE14T
RettichFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE14T
SpitzwegerichEchte Mehltaupilze1 LITER_PER_HECTARE7T
PhaceliaBotrytis-Arten (Botrytis spp.)13–391 LITER_PER_HECTARE
KohlrübePilzliche Blattfleckenerreger13–991 LITER_PER_HECTARE10T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
GemüsefenchelPilzliche Blattfleckenerreger13–191 LITER_PER_HECTARE14T
ZwiebelgemüseMehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenPilzliche Blattfleckenerreger13–991 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenRostpilze0.96 LITER_PER_HECTARE
TomateSamtfleckenkrankheit (Fulvia fulva)21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
SchnittmangoldPilzliche Blattfleckenerreger14–391 LITER_PER_HECTARE21T
RapsSclerotinia sclerotiorum61–691 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenPilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
RadieschenFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE21T
TomateEchter Mehltau (Leveillula taurica)21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
BlattkohleKohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
TomatePhytophthora infestans21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
BlumenkohleKohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE10T
SchwarzwurzelPilzliche Blattfleckenerreger13–991 LITER_PER_HECTARE10T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Pilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenRhizoctonia spp.13–893 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Fungisan Gemüse-Pilzfrei?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt stets präventiv vor dem ersten Befall oder unmittelbar bei Sichtbarwerden erster Infektionssymptome. Da der Wirkstoff vor allem die Sporenkeimung hemmt, erzielt eine vorbeugende Behandlung den höchsten Wirkungsgrad und verhindert die Etablierung des Schaderregers in der Kultur.

Wie verhält sich der Wirkstoff bei Regen nach der Anwendung?

Azoxystrobin wird nach der Applikation rasch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern vollständig angetrocknet ist (in der Regel nach 1 bis 2 Stunden), ist das Pflanzenschutzmittel hervorragend regenfest, sodass die Schutzwirkung auch bei anschließenden Niederschlägen stabil bleibt.

Kann ich Fungisan Gemüse-Pilzfrei in jeder Wachstumsphase der Kultur einsetzen?

Obwohl die Zulassung ein breites BBCH-Stadium abdeckt, sollte die Anwendung gezielt in den Phasen des stärksten vegetativen Wachstums oder bei akutem Infektionsrisiko erfolgen. Beachten Sie stets die kulturspezifischen Wartezeiten vor der Ernte, um Rückstände über den gesetzlichen Grenzwerten zu vermeiden.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte und der pH-Wert der Spritzbrühe?

Der Wirkstoff Azoxystrobin ist in einem breiten pH-Bereich stabil. Dennoch empfiehlt sich für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Spritzwassers (pH 5,5 bis 7,0). Extrem alkalisches Wasser kann den Abbau des Wirkstoffs in der Spritzbrühe beschleunigen.

Wie kann ich im Portal nach alternativen Produkten für den Wirkstoffwechsel suchen?

Nutzen Sie auf agronomy.farmable.tech die Filterfunktion für Kulturen und Schaderreger. Suchen Sie gezielt nach Produkten, die nicht der FRAC-Gruppe 11 (Strobilurine) angehören, um einen effektiven Wirkstoffwechsel für Ihr Resistenzmanagement zu planen.