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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Phytavis Quadris

BVL Zul.-Nr. 034560-74

Phytavis Quadris ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid von Syngenta Agro GmbH, das auf dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l) basiert. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine schnelle systemische Aufnahme aus. Es hat sich als Standardlösung in einer Vielzahl von Kulturen etabliert, darunter Gemüse, Hopfen, Raps und Erdbeeren.

Das Wirkungsspektrum umfasst ein breites Band an wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern. Phytavis Quadris bietet einen exzellenten Schutz sowohl gegen Ascomyceten, Basidiomyceten, Deuteromyceten als auch gegen Oomyceten. Typische Zielorganismen sind Echte und Falsche Mehltaupilze, Rostpilze, Blattfleckenkrankheiten (wie Cercospora und Alternaria) sowie bodenbürtige Erreger wie Rhizoctonia solani.

Dank seiner ausgeprägten protektiven und kurativen Eigenschaften schützt das Mittel die Kulturen bereits in frühen Entwicklungsstadien ab BBCH 10 bis hin zur Abreife. Die systemische und translaminare Verteilung sorgt dafür, dass auch der Neuzuwachs und schwer erreichbare Pflanzenteile zuverlässig geschützt werden, was Phytavis Quadris zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz macht.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (QoI-Fungizide) eingestuft. Die biochemische Wirkung basiert auf der Hemmung der Zellatmung der Pilze. Azoxystrobin blockiert den Elektronentransport im Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III) der Mitochondrienmembran. Dies führt zu einem raschen Erliegen der ATP-Synthese, wodurch dem Schaderreger die lebensnotwendige Energie entzogen wird. Neben der direkten fungiziden Wirkung zeigt der Wirkstoff auch physiologische Effekte auf die Kultur (sogenannter "Greening-Effekt"). Durch eine verzögerte Alterung der Blätter und eine optimierte Wassernutzungseffizienz können die Kulturen Stressphasen besser überstehen, was sich positiv auf die Ertragsbildung und die Qualität des Ernteguts auswirkt.

Resistenzmanagement

Da Strobilurine (FRAC-Gruppe 11) aufgrund ihres spezifischen Einort-Wirkungsmechanismus ein hohes Risiko für Resistenzbildungen aufweisen, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement zwingend erforderlich. Phytavis Quadris sollte stets vorbeugend und im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen darf nicht überschritten werden, um die selektive Entstehung resistenter Pilzstämme zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Phytavis Quadris ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Insektiziden, Herbiziden und Blattdüngern. Bei Tankmischungen ist jedoch stets auf die physikalische Kompatibilität und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner zu achten. Die Zugabe von Netzmitteln oder Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme verbessern, sollte jedoch bei empfindlichen Kulturen vorab auf Verträglichkeit geprüft werden. Es wird empfohlen, eine ausreichende Wassermenge zu verwenden, um eine lückenlose Benetzung des Bestandes zu gewährleisten, insbesondere bei dichtem Laubdach.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Phytavis Quadris ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Der Wirkstoff Azoxystrobin ist als giftig für Wasserorganismen eingestuft, weshalb strenge Abdriftschutzauflagen und Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern (Sprühabstände, Verwendung abdriftmindernder Düsen) strikt einzuhalten sind. Das Pflanzenschutzmittel ist in der Regel als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte eine Anwendung in blühenden Beständen zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern vorzugsweise in den Abendstunden erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WassermeloneEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–990.5 LITER_PER_HECTARE3T
KohlrabiFalscher Mehltau (Peronospora parasitica), Pilzliche Blattfleckenerreger, Weißer Rost (Albugo candida)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
MeerrettichFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)13–991 LITER_PER_HECTARE10T
BuschbohneRostpilze1 LITER_PER_HECTARE7T
Salat-ArtenPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
SchwarzwurzelPilzliche Blattfleckenerreger13–991 LITER_PER_HECTARE10T
BlumenkohleWeißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE10T
TopinamburRost (Puccinia helianthi)13–991 LITER_PER_HECTARE42T
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–191 LITER_PER_HECTARE
KümmelEchte Mehltaupilze, pilzliche Doldenerkrankungen51–591 LITER_PER_HECTARE
frische KräuterRostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)13–391 LITER_PER_HECTARE14T
StielmangoldPilzliche Blattfleckenerreger14–391 LITER_PER_HECTARE21T
MöhreBlattfleckenkrankheit (Cercospora carotae)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
HopfenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli)31–890.75 LITER_PER_HECTARE28T
RettichFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE14T
BleichsellerieSellerierost (Puccinia apii)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
SpitzwegerichEchte Mehltaupilze1 LITER_PER_HECTARE7T
RadieschenPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
KohlrübePilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
KohlrabiFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
KnollensellerieSellerierost (Puccinia apii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
KnollensellerieSellerierost (Puccinia apii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)31–890.5 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenPilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Pilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
SalateRhizoctonia solani41–491 LITER_PER_HECTARE14T
RapsSclerotinia sclerotiorum61–691 LITER_PER_HECTARE
PhaceliaBotrytis-Arten (Botrytis spp.)13–391 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenPilzliche Blattfleckenerreger13–991 LITER_PER_HECTARE
ZucchiniEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–891 LITER_PER_HECTARE3T
JohanniskrautJohanniskrautwelke (Colletotrichum gloeosporioides)12–391 LITER_PER_HECTARE35T
Echte KamilleEchte Mehltaupilze51–551 LITER_PER_HECTARE7T
KohlgemüsePilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
WurzelzichorieRost (Puccinia cichorii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
SpeisezwiebelMehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
GemüsefenchelPilzliche Blattfleckenerreger13–191 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Kohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
ChicoreeEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)13–391 LITER_PER_HECTARE
BlattkohleMycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseBrennfleckenkrankheit (Phoma medicaginis var. pinodella), Sclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneFalscher Mehltau (Peronospora viciae)1 LITER_PER_HECTARE35T
FuttererbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)51–751 LITER_PER_HECTARE35T
ZierpflanzenRostpilze13–970.96 LITER_PER_HECTARE
SchnittmangoldPilzliche Blattfleckenerreger14–391 LITER_PER_HECTARE21T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)55–891 LITER_PER_HECTARE3T
RapsRapsschwärze (Alternaria brassicae)51–691 LITER_PER_HECTARE
Gemeine RingelblumeEchte Mehltaupilze51–551 LITER_PER_HECTARE7T
BlumenkohleMycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE10T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
RosenkohlWeißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
ErbsePilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
MeloneEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–990.5 LITER_PER_HECTARE3T
BlumenkohleKohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE10T
TomateEchter Mehltau (Leveillula taurica)21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
BlattkohleWeißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
RosenkohlMycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE14T
Dicke BohneBrennfleckenkrankheit (Ascochyta fabae), Sclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE14T
ZwiebelgemüseMehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE7T
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
KartoffelRhizoctonia solani, Colletotrichum coccodes2 LITER_PER_HECTARE
RosenkohlAlternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
KohlrübePilzliche Blattfleckenerreger13–991 LITER_PER_HECTARE10T
RadieschenFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE14T
SpargelSpargelrost (Puccinia asparagi)55–891 LITER_PER_HECTARE
StielmusPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
RosenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
TomateSamtfleckenkrankheit (Fulvia fulva)21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
TomatePhytophthora infestans21–890.48 LITER_PER_HECTARE3T
Rucola-ArtenPilzliche Blattfleckenerreger, Rostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)13–391 LITER_PER_HECTARE14T
frische KräuterRostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
RadieschenFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE21T
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)55–891 LITER_PER_HECTARE
ArtischockePilzliche Blattfleckenerreger0.75 LITER_PER_HECTARE7T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE14T
Minze-ArtenPfefferminzen-Rost (Puccinia menthae)1 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenRostpilze0.96 LITER_PER_HECTARE
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
KnoblauchBlattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Mycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE14T
RettichPilzliche Blattfleckenerreger13–181 LITER_PER_HECTARE7T
BlattkohleKohlschwärze (Alternaria brassicicola)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
BleichsellerieBlattfleckenkrankheit (Septoria apiicola), Sellerierost (Puccinia apii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
FeldsalatFalscher Mehltau (Peronospora valerianellae)13–391 LITER_PER_HECTARE14T
TabakBlauschimmel (Peronospora tabacina)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Weißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
TabakEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)64–991 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohleAlternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE10T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Samtfleckenkrankheit (Cladosporium capsici), Phytophthora capsici21–990.5 LITER_PER_HECTARE3T
BlattkohleAlternaria brassicae41–491 LITER_PER_HECTARE14T
SchalotteMehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)13–191 LITER_PER_HECTARE14T
RettichFalscher Mehltau (Peronospora parasitica)10–991 LITER_PER_HECTARE21T
EndivienRhizoctonia solani41–491 LITER_PER_HECTARE14T
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–891 LITER_PER_HECTARE3T
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen51–591 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenRhizoctonia spp.13–893 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Phytavis Quadris gegen Falschen Mehltau?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt stets vorbeugend (protektiv) vor dem ersten sichtbaren Befall, idealerweise bei Infektionsbedingungen wie feucht-warmer Witterung. Da Strobilurine ihre stärkste Wirkung bei der Sporenkeimung entfalten, sichert eine frühzeitige Behandlung die Kultur am effektivsten ab.

Wie wirkt sich der "Greening-Effekt" von Azoxystrobin praktisch auf die Kultur aus?

Der physiologische Effekt verzögert den Abbau von Chlorophyll in den Blättern. Dadurch bleibt die Kultur länger grün und photosynthetisch aktiv, was insbesondere unter Trockenstress oder Hitze die Assimilatbildung aufrechterhält und zu stabileren Erträgen führt.

Warum ist die Einhaltung der maximalen Anwendungsanzahl bei Phytavis Quadris so wichtig?

Da Azoxystrobin einen spezifischen Einort-Wirkungsmechanismus besitzt, können Pilzpopulationen bei zu häufiger Anwendung schnell Resistenzen entwickeln. Die Begrenzung der Spritzfolgen und der Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen verhindern die Selektion resistenter Pilzstämme.

Kann Phytavis Quadris auch bei niedrigen Temperaturen im Frühjahr eingesetzt werden?

Ja, die systemische Aufnahme und Wirkung von Azoxystrobin ist weitgehend temperaturunabhängig. Allerdings sollte die Kultur aktiv assimilieren (kein Frost), damit der Wirkstoff optimal in der Pflanze transportiert und verteilt wird.

Wie verhält sich das Produkt bezüglich der Wartezeit bei Gemüse- und Sonderkulturen?

Die Wartezeit variiert je nach Kultur und Verwendungszweck stark zwischen 3 und 42 Tagen. Es ist zwingend erforderlich, die spezifischen BVL-Vorgaben für die jeweilige Kultur vor der Ernte genau zu prüfen, um Rückstände im Erntegut zu vermeiden.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Schaderreger?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach der betroffenen Kultur und dem spezifischen Schaderreger zu suchen. Dort werden Ihnen alle aktuell in Deutschland zugelassenen Produkte inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen übersichtlich angezeigt.