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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Ortiva Pilz-frei

BVL Zul.-Nr. 024560-71

Ortiva Pilz-frei ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl von pilzlichen Schaderregern in zahlreichen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC), zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Pflanzenverträglichkeit und eine einfache Handhabung aus. Es deckt ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Krankheiten ab, darunter Echte und Falsche Mehltaupilze, Rostpilze sowie verschiedene Blattfleckenkrankheiten.

Das Produkt hat sich als fester Baustein im modernen integrierten Pflanzenschutz etabliert. Dank seiner ausgeprägten protektiven Eigenschaften schützt es die behandelten Kulturen zuverlässig vor einer Erstinfektion und sichert somit Ertrag und Qualität. Die Formulierung ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung auf der Blattoberfläche und sorgt für eine langanhaltende Schutzwirkung unter verschiedensten Witterungsbedingungen.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (Qo-Inhibitoren) eingestuft. Die biochemische Wirkung beruht auf der Blockade des Elektronentransports in den Mitochondrien der Pilzzellen am Cytochrom-bc1-Komplex. Dadurch wird die ATP-Synthese und somit die gesamte Energieversorgung des Schaderregers unterbunden. Dieser Mechanismus führt dazu, dass die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum sowie die Ausbildung von Appressorien der Pilze effektiv gehemmt werden. Da der Wirkstoff translaminar und lokal-systemisch in der Kultur verteilt wird, bietet er auch einen Schutz für Pflanzenteile, die nicht direkt vom Spritzstrahl erfasst wurden, und schützt den Neuzuwachs von innen heraus.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen Wirkungsmechanismus der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11) besteht ein inhärent hohes Risiko für die Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen. Um die Wirksamkeit von Ortiva Pilz-frei langfristig zu sichern, muss ein konsequentes Resistenzenmanagement betrieben werden. Dies beinhaltet die strikte Begrenzung der Anzahl der Anwendungen pro Saison und den gezielten Wechsel (Rotation) mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen, wie beispielsweise Triazolen oder Kontaktfungiziden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Ortiva Pilz-frei ist im Allgemeinen gut kompatibel mit den meisten gängigen Insektiziden, Fungiziden und Herbiziden. Bei der Erstellung von Tankmischungen sollte jedoch stets die Gebrauchsanleitung der Mischpartner beachtet und im Zweifelsfall eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchgeführt werden. Um Phytotoxizität zu vermeiden, wird empfohlen, auf den Zusatz von stark ölhaltigen Additiven oder Netzmitteln bei extremen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung zu verzichten. Eine ausreichende Wassermenge sichert zudem eine homogene Verteilung der Spritzbrühe.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Ortiva Pilz-frei sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von Schutzhandschuhen und Schutzkleidung bei der Ausbringung und Handhabung des Konzentrats. Der Wirkstoff Azoxystrobin ist als giftig für aquatische Organismen eingestuft, weshalb Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Maßnahmen zur Abdriftminderung zwingend zu beachten sind. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SalateRhizoctonia solani1 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze1 LITER_PER_HECTARE
MeerrettichBlattfleckenkrankheit (Alternaria raphani)1 LITER_PER_HECTARE10T
SpeisezwiebelBlattfleckenkrankheit (Cladosporium allii)1 LITER_PER_HECTARE14T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Cercospora beticola1 LITER_PER_HECTARE42T
TabakEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)1 LITER_PER_HECTARE14T
RadieschenFalscher Mehltau (Peronospora parasitica), Pilzliche Blattfleckenerreger, Weißer Rost (Albugo candida)1 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneFalscher Mehltau (Peronospora viciae)1 LITER_PER_HECTARE35T
RosenkohlMycosphaerella brassicicola1 LITER_PER_HECTARE14T
BuschbohneRostpilze1 LITER_PER_HECTARE7T
PhaceliaBotrytis-Arten (Botrytis spp.)1 LITER_PER_HECTARE
ArtischockePilzliche Blattfleckenerreger0.75 LITER_PER_HECTARE7T
KohlgemüsePilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE7T
KnollensellerieBlattfleckenkrankheit (Septoria apiicola), Sellerierost (Puccinia apii)1 LITER_PER_HECTARE14T
KnollensellerieBlattfleckenkrankheit (Septoria apiicola), Sellerierost (Puccinia apii)1 LITER_PER_HECTARE14T
ZwiebelgemüseSclerotium cepivorum1 LITER_PER_HECTARE7T
AubergineKraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans)0.48 LITER_PER_HECTARE3T
ZuckerrübeCercospora beticola1 LITER_PER_HECTARE35T
WurzelpetersilieBlattfleckenkrankheit (Septoria petroselini)1 LITER_PER_HECTARE10T
KohlrabiFalscher Mehltau (Peronospora parasitica), Pilzliche Blattfleckenerreger, Weißer Rost (Albugo candida)1 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelColletotrichum coccodes3 LITER_PER_HECTARE
SchalotteSclerotium cepivorum1 LITER_PER_HECTARE14T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Samtfleckenkrankheit (Cladosporium capsici)0.48 LITER_PER_HECTARE3T
Echte KamilleEchte Mehltaupilze1 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenRostpilze0.48 LITER_PER_HECTARE
BuschbohneSclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE7T
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)1 LITER_PER_HECTARE3T
ChicoreeRost (Puccinia cichorii), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)1 LITER_PER_HECTARE
PatissonFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)1 LITER_PER_HECTARE3T
KohlrübePilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE42T
Dicke BohneBrennfleckenkrankheit (Ascochyta fabae)1 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Mycosphaerella brassicicola1 LITER_PER_HECTARE14T
frische KräuterPilzliche Blattfleckenerreger, Rostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)1 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohleWeißer Rost (Albugo candida)1 LITER_PER_HECTARE
BuschbohneBrennfleckenkrankheit (Colletotrichum lindemuthianum)1 LITER_PER_HECTARE7T
SpargelSpargelrost (Puccinia asparagi)1 LITER_PER_HECTARE
RettichPilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE7T
TabakBlauschimmel (Peronospora tabacina)1 LITER_PER_HECTARE14T
SpitzwegerichEchte Mehltaupilze1 LITER_PER_HECTARE7T
MeloneFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)0.48 LITER_PER_HECTARE3T
SpeisezwiebelSclerotium cepivorum1 LITER_PER_HECTARE14T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Pilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE14T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)1 LITER_PER_HECTARE14T
Lupine-ArtenColletotrichum1 LITER_PER_HECTARE35T
RapsRapsschwärze (Alternaria brassicae)1 LITER_PER_HECTARE
Dicke BohneSclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE14T
KümmelEchte Mehltaupilze1 LITER_PER_HECTARE
FeldsalatFalscher Mehltau (Peronospora valerianellae), Rhizoctonia solani1 LITER_PER_HECTARE14T
BlattkohleAlternaria brassicae1 LITER_PER_HECTARE14T
KnoblauchSclerotium cepivorum1 LITER_PER_HECTARE14T
Rucola-ArtenPilzliche Blattfleckenerreger, Rostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)1 LITER_PER_HECTARE14T
Gemeine RingelblumeEchte Mehltaupilze1 LITER_PER_HECTARE7T
PorreePhytophthora porri1 LITER_PER_HECTARE21T
GemüsefenchelPilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE14T
frische KräuterPilzliche Blattfleckenerreger, Rostpilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)1 LITER_PER_HECTARE14T
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)0.48 LITER_PER_HECTARE3T
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen1 LITER_PER_HECTARE
RosenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola)1 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenPilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenRostpilze0.48 LITER_PER_HECTARE
HopfenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora humuli)0.75 LITER_PER_HECTARE28T
MeerrettichWeißer Rost (Albugo candida)1 LITER_PER_HECTARE10T
BleichsellerieSellerierost (Puccinia apii)1 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereColletotrichum1 LITER_PER_HECTARE3T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Weißer Rost (Albugo candida)1 LITER_PER_HECTARE14T
SalateRhizoctonia solani1 LITER_PER_HECTARE14T
RettichFalscher Mehltau (Peronospora parasitica), Pilzliche Blattfleckenerreger, Weißer Rost (Albugo candida)1 LITER_PER_HECTARE14T
KohlrübePilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE7T
ZwiebelgemüseFalscher Mehltau (Peronospora destructor), Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii)1 LITER_PER_HECTARE7T
RasenRhizoctonia spp., Gräser-Anthraknose (Colletotrichum graminicola), Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis)1 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohleKohlschwärze (Alternaria brassicicola)1 LITER_PER_HECTARE
WurzelzichorieRost (Puccinia cichorii)1 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseFalscher Mehltau (Peronospora pisi)1 LITER_PER_HECTARE14T
SchwarzwurzelPilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE10T
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae)1 LITER_PER_HECTARE14T
KnoblauchRost (Puccinia allii)1 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereColletotrichum1 LITER_PER_HECTARE3T
ErbseEchter Mehltau (Erysiphe pisi)1 LITER_PER_HECTARE14T
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen1 LITER_PER_HECTARE
RadieschenFalscher Mehltau (Peronospora parasitica), Pilzliche Blattfleckenerreger, Weißer Rost (Albugo candida)1 LITER_PER_HECTARE21T
BleichsellerieBlattfleckenkrankheit (Septoria apiicola)1 LITER_PER_HECTARE14T
FutterrübeCercospora beticola1 LITER_PER_HECTARE35T
BleichsellerieSellerierost (Puccinia apii)1 LITER_PER_HECTARE14T
GräserRostpilze1 LITER_PER_HECTARE
Kürbis-HybridenFalscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)1 LITER_PER_HECTARE3T
ErbseSclerotinia sclerotiorum1 LITER_PER_HECTARE14T
RadieschenPilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE7T
BlattkohleWeißer Rost (Albugo candida)1 LITER_PER_HECTARE14T
RosenkohlAlternaria brassicae1 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseBrennfleckenkrankheit (Mycosphaerella pinodes), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi), Brennfleckenkrankheit (Phoma medicaginis var. pinodella)1 LITER_PER_HECTARE14T
PatissonEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)1 LITER_PER_HECTARE3T
BlattkohleKohlschwärze (Alternaria brassicicola)1 LITER_PER_HECTARE14T
SchalotteFalscher Mehltau (Peronospora destructor)1 LITER_PER_HECTARE14T
KnoblauchBlattfleckenkrankheit (Cladosporium allii)1 LITER_PER_HECTARE14T
Minze-ArtenPfefferminzen-Rost (Puccinia menthae)1 LITER_PER_HECTARE7T
Kürbis-HybridenEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)1 LITER_PER_HECTARE3T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Echter Mehltau (Leveillula taurica)0.48 LITER_PER_HECTARE3T
TomateSamtfleckenkrankheit (Fulvia fulva)0.48 LITER_PER_HECTARE3T
Salat-ArtenPilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE7T
ZucchiniEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)1 LITER_PER_HECTARE3T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Ortiva Pilz-frei?

Da der Wirkstoff Azoxystrobin primär protektiv wirkt, sollte die Anwendung idealerweise vorbeugend vor dem ersten sichtbaren Befall oder unmittelbar nach den ersten Infektionsbedingungen erfolgen. Eine Behandlung im frühen BBCH-Stadium schützt die Kultur von Beginn an effektiv.

Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei Niederschlägen nach der Spritzung?

Nach dem Antrocknen des Spritzbelags – was unter normalen Bedingungen etwa ein bis zwei Stunden dauert – ist Ortiva Pilz-frei hervorragend regenfest. Der Wirkstoff dringt rasch in das Blattgewebe ein, sodass ein späterer Regen die Schutzwirkung nicht mehr beeinträchtigt.

Kann ich Ortiva Pilz-frei in jeder Kultur beliebig oft hintereinander spritzen?

Nein, um einer Resistenzbildung der Schaderreger vorzubeugen, ist die Anzahl der Anwendungen pro Kultur und Saison streng limitiert. Es sollte stets ein Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Klassen (z. B. SDHI oder Triazole) durchgeführt werden.

Welchen Vorteil bietet die translaminare Wirkung von Azoxystrobin in der Praxis?

Die translaminare Wirkung sorgt dafür, dass der Wirkstoff nach dem Auftreffen auf die Blattoberseite durch das Blattgewebe hindurch dringt und somit auch die biologisch schwerer erreichbare Blattunterseite vor Schaderregern schützt.

Sind beim Einsatz von Ortiva Pilz-frei Abstände zu Gewässern einzuhalten?

Ja, da der Wirkstoff Azoxystrobin als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen die in der Zulassung festgelegten länderspezifischen Abstandsauflagen (z. B. zu Oberflächengewässern) und driftmindernde Düsen zwingend berücksichtigt werden.

Kann Ortiva Pilz-frei mit flüssigen Blattdüngern gemischt werden?

Mischungen mit Mikronährstoffen und klassischen Blattdüngern sind meist problemlos möglich. Es empfiehlt sich jedoch, vorab eine kleine Mischprobe durchzuführen und die Spritzung nicht bei extremer Hitze oder direkter Mittagssonne vorzunehmen, um Stressreaktionen der Kultur zu vermeiden.